Französische Literaturpreise

Prix Goncourt

Der Prix Goncourt ist der bekannteste französische Literaturpreis. Er wurde 1896 erstmals vergeben und würdigt jedes Jahr im November französischsprachige Schriftstellerinnen und Schriftsteller. 2017 wurde das Buch von Eric Vuillard, L'ordre du jour (Actes Sud) ausgezeichnet. Der Roman erscheint Ende März 2018 auf Deutsch bei Matthes & Seitz unter dem Titel Die Tagesordnung (aus dem Französischen von Nicola Denis). 2016 erhielt Chanson douce von Leïla Slimani den Preis. Das Buch erschien auf Deutsch bei Luchterhand im Herbst 2017 unter dem Titel Dann schlaf auch Du (aus dem Französischen von Amelie Thoma) und landete gleich auf der Spiegel-Bestseller-Liste.

2015 : Mathias Enard, Boussole, Actes Sud. Auf Deutsch: Kompass, hanser Berlin, 2016. Aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller.

2014: Lydie Salvayre, Pas pleurer, Seuil. Auf Deutsch: Weine nicht, Blessing, 2016. Aus dem Französischen von Hanna van Laak.

2013: Pierre Lemaître, Au revoir là-haut, Albin Michel. Auf Deutsch: Wir sehen uns dort oben, btb, 2014. Aus dem Französischen von Antje Peter.

 

Prix Renaudot

Der Prix Renaudot wurde 1926 erstmals vergeben und zählt zu den fünf großen französischen Literaturpreisen.

2017 : Olivier Guez, La disparition de Josef Mengele, Grasset. Auf Deutsch im Herbst bei Aufbau Verlag.

2016: Yasmina Reza, Babylone, Flammarion. Auf Deutsch: Babylon, Hanser, 2017. Aus dem Französischen von Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel.

2015: Delphine de Vigan, D'après une histoire vraie, Lattès. Auf Deutsch: Nach einer wahren Geschichte, DuMont, 2016. Aus dem Französischen von Doris Heinemann.

2014 : David Foenkinos, Charlotte, Gallimard. Auf Deutsch: Charlotte, DVA, 2015. Aus dem Französischen von Christian Kolb. 

2013: Yann Moix, Naissance (Geburt).

 

Prix Femina

Der Prix Femina ist ein französischer Literaturpreis, der 1904 mit dem Ziel gestiftet wurde, ein Gegengewicht zum Prix Goncourt zu bilden, da dessen Jury ursprünglich weibliche Literaten weder fördern noch auszeichnen wollte.

2017: Philippe Jaenada, La Serpe, Julliard.

2016: Marcus Malte, Le Garçon, Zulma.

2015: Christophe Boltanski, La Cache, Stock. Das Buch erschien auf Deutsch beim Hanser Verlag unter den Titel Das Versteck (2017. Aus dem Französischen von Tobias Scheffel)

2014: Yanick Lahens, Bain de lune, Sabine Wespieser

2013: Leonora Miano, La saison de l'ombre, Grasset.

 

Grand Prix du Roman de l’Académie française

Der Grand Prix du Roman ist ein französischer Literaturpreis, mit dem die Académie française seit 1915 immer im Oktober einen französischsprachigen Roman auszeichnet.

2017 : Daniel Rondeau, Mécaniques du Chaos, Grasset.

2016: Adelaïde de Clermont-Tonnerre, Le dernier des nôtres, Grasset. Auf Deutsch: Der letzte von uns, Rütten & Loening, Februar 2018. Aus dem Französischen von Amelie Thoma.

2015: Hédi Kaddour, Les Prépondérants, Gallimard und Boualem Sansal, 2084, Gallimard. Auf Deutsch: Die Großmächtigen, Aufbau, 2017. Aus dem Französischen von Grete Osterwald. 2084: das Ende der Welt, Merlin Verlag. Aus dem Französischen von Vincent von Wroblewsky.

2014: Adrien Bosc, Constellation, Stock, 2014. Auf Deutsch: Morgen früh in New York, Ullstein Verlag, 2016. Aaus dem Französischen von Olaf M. Roth.

2013 : Christophe Ono-dit-Biot, Plonger, Gallimard.

 

Französische Literaturnobelpreisträger*innen

Der Nobelpreis für Literatur ist einer der fünf von Alfred Nobel gestifteten Preise, die „denen zugeteilt werden, die […] der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben“. .

Liste der französischen Nobelpreisträger*innen

1901: Sully Prudhomme, „als Anerkennung seiner ausgezeichneten, auch noch in späteren Jahren an den Tag gelegten Verdienste als Schriftsteller und besonders seiner Dichtungen, die hohen Idealismus, künstlerische Vollendung und eine seltene Vereinigung von Herz und Geist bezeugen“.

1904: Frédéric Mistral, „mit Bezug auf die frische Ursprünglichkeit, das Geistreiche und Künstlerische in seiner Dichtung, die Natur und Volksleben seiner Heimat getreu widerspiegelt, sowie auf seine bedeutungsvolle Wirksamkeit als provenzalischer Philologe“.

1915: Romain Rolland, „als eine Huldigung für den erhabenen Idealismus seiner Verfasserschaft sowie für das Mitgefühl und die Wahrheit, mit der er verschiedenste Menschentypen zeichnet“.

1921: Anatole France, „als eine Anerkennung seiner glänzenden schriftstellerischen Tätigkeit, geprägt von edler Stilkunst, weitherziger Humanität, von Anmut und französischem Gemüt“.

1927: Henri Bergson, „als Anerkennung für seine reichen und belebenden Ideen und die glänzende Kunst, womit sie vorgetragen werden“.

1937: Roger Martin du Gard, „für die künstlerische Kraft und Wahrheit, womit er in der Romanserie ‚Les Thibault‘ menschliche Gegensätze und wesentliche Seiten des gegenwärtigen Lebens darstellte“.

1947: André Gide, „für seine weitumfassende und künstlerisch bedeutungsvolle Verfasserschaft, in welcher Fragen und Verhältnisse der Menschheit mit unerschrockener Wahrheitsliebe und psychologischem Scharfsinn dargestellt werden“.

1952: „für die durchdringende Seelenkenntnis und künstlerische Kraft, womit er in der Form des Romans das Drama des menschlichen Lebens deutet“.

1957: Albert Camus, „für seine bedeutungsvolle Verfasserschaft, die mit scharfsichtigem Ernst menschliche Gewissensprobleme in unserer Zeit beleuchtet“.

1960: Saint-John Perse, „für den hohen Flug und die bildschöpferischen Phantasien seiner Dichtung, die die Zeitlage visionär widerspiegelt“.

1964: Jean-Paul Sartre, „in Anerkennung seines schöpferischen schriftstellerischen Schaffens, dessen freiheitlicher Geist und dessen Suche nach Wahrheit einen weitreichenden Einfluss auf unser Zeitalter ausgeübt hat“.

1985: Claude Simon, „der in seinen Romanen das Schaffen eines Dichters und Malers mit vertieftem Zeitbewusstsein in der Schilderung menschlicher Grundbedingungen vereint“.

2000: Gao Xingjian, „für sein Werk von universaler Güte, bitterer Einsicht und sprachlichem Sinnreichtum“.

2008: Jean-Marie Gustave Le Clézio, „dem Verfasser des Aufbruchs, des poetischen Abenteuers und der sinnlichen Ekstase, dem Erforscher einer Menschlichkeit außerhalb und unterhalb der herrschenden Zivilisation“.

2014: Patrick Modiano, „für die Kunst der Erinnerung, mit der er die unbegreiflichsten menschlichen Schicksale wachgerufen und die Lebenswelt der Besatzungszeit durchschaubar gemacht hat“.